Jagdordnung

Ablauf der Jagd

Als Signal zur Vorbereitung für den Beginn der Jagd am Stelldichein wird das „Wecken der Jagdreiter“ geblasen. Nachdem man nun sein Pferd fertig gesattelt zum Stelldichein gebracht hat, sitzt man auf Signal „Aufsitzen“, oder wenn man beobachtet, dass der Jagdherr aufgesessen ist, auf. Nach der Begrüßung mit Signal reiht man sich in die Felder ein, vorausgesetzt, dass man die Signale kennt. Sonst hält man sich an erfahrene Jagdreiter.

Beim Bilden der Felder grüßt man den jeweiligen Feldführer ohne Handschlag: auch der Jagdherr und der Master werden begrüßt. Der Jagdreiter reitet am Stelldichein und an den Halls nie nahe an die abgelegten oder sich sammelnden Hunde heran, da sonst die Hunde gestört bzw. geschlagen werden können. Wenn das Feld vom Stelldichein zur Anlegestelle aufbricht, wird „Aufbruch zur Jagd“ geblasen. Angeritten zur Jagd wird erst, wenn der Jagdleiter bzw. Chef der Equipage bzw. Master die Kappe zieht, nachdem die Hunde sicher auf der Fährte liegen. Erst dann erklingt das Signal „Gute Jagd“. Am Ende der Jagd wird beim Eintreffen der Reiter „Halali“ geblasen. Dazu hat man den rechten Handschuh auszuziehen (früher zum Ausheben des Wildes nötig). Anschließend werden die Pferde geführt, und man holt sich unaufgefordert einen Bruch beim Jagdherren, Signal „Zu den Brüchen“. Danach stellen sich alle Jagdreiter im Halbbogen um die Hunde. Auf das Signal „Hunderuf“ nehmen die Hunde das Curèe an. Alle Jagdreiter ziehen dazu ihre Kappe als Dank für die Hunde.

Anschließend wird „Hirschtod“ oder „Sautod“ geblasen, und dann folgt das Signal zum „Ende der Jagd“. Die Jagd klingt aus mit dem „Großen Halali“.

Jadgeinteilung

Die Jagdequipage besteht aus Schlepper mit ortskundigem Begleiter, Meute, der Master mit 3-4 Pikören.

Jagdherrenfeld

Auf dieser Equipage schließt der Jagdherr mit seinem ständigen Stellvertreter sowie mindestens einem Feldpikör auf. Der Abstand zur Equipage darf 4 Pferdelängen nicht überschreiten. Dies ist nötig, da dadurch das immer enger werdende Gelände die Felder oft nicht mehr breit genug reiten können und so zu wenig von der Arbeit des Hundes sehen. Auch können manche Jagdreiter das Tempo der Meute nicht halten und hängen ab. Aus diesem Grund muß wie in früheren Zeiten ein ständiger stellvertretender Jagdherr links neben dem Jagdherrn reiten, der automatisch ohne Befehl an der Equipage dranbleibt, falls der Jagdherr zurückbleibt. Sollte der stellvertretende oder Vizejagdherr auch zurückbleiben, so sind die Feldpiköre für das Aufschließen an die Equipage verantwortlich. Es ist üblich, das diese Jagdchargen in solchen Fällen den Jagdherrn grüßend überholen. Das Jagdfeld schließt möglichst breit ohne einen besonderen Feldführer ohne Abstand auf. Durch die breite Führungsspitze von Jagdherrn, stellvertretendem Jagdherrn und mindestens einem Feldpikör kann kaum ein pullendes Pferd nach vorn in die Equipage vorstoßen, wenn die Führungsspitze richtig reitet. Dieses Feld geht über den Kurs, wo kein Hindernis zu umgehen ist!

Der Jagdherr muß oft oder dauernd seinen Platz verlassen, um zu sehen, ob seine Jagdgäste sich in den Feldern wohlfühlen. Er wird automatisch von dem stellvertretenden Jagdherrn abgelöst. Ein weiterer Feldpikör muß ohne festen Platz im Feld reiten und für Ordnung sorgen. Er muß den Gästen helfen zurechtzukommen und diese notfalls in ein anderes Feld bringen.

In diesem Feld dürfen nur erfahrene Pferde von Mitgliedern der Niedersachsen-Meute und anderen Meuteverbänden reiten.

1. Feld / Hauptfeld

Das Hauptfeld unter Führung des Feldführers mit 1-2 Feldpikören geht 50 m hinter dem Jagdherrn her. Auch hier ist es nötig, bei mehr als 20 Reitern eine Unterteilung durchzuführen. Es ist angebracht, das Hauptfeld in eine Abteilung zu unterscheiden, welche die gleiche Strecke wie das Jagdherrenfeld geht, und eine Abteilung , welche nur die leichten Hindernisse der jeweiligen Jagdstrecke springt und sonst sich den kürzesten Weg unter der Führung von einem Feldführer und 2 Feldpikören jeweils zum nächsten Halt sucht. Dabei darf um die schweren Hindernisse nicht herumgeritten werden, weil dies schlecht ist für die Erziehung von Reiter und Pferd, sondern man muß für dieses Feld Abkürzungen suchen bzw. durch Öffnen von Toren und Zäunen schaffen. Dieses Feld gut geführt, ist für junge Pferde und Reiter ohne Anstrengungen die beste Übung. Die Landschaft macht es manchmal möglich, das im Wiesengelände dieses Feld parallel zum Jagdherrenfeld und Hauptfeld direkt über leichtere Hindernisse gehen kann. Die Reiter sehen dann mehr von den Hunden.

Nichtspringendes Feld

Ein weiteres Feld springt möglichst gar nicht, reitet auf Wegen zu den übersichtlichen Punkten der Jagd. Der wesentliche Moment bei dieses Feldes ist es, die Meute zu verfolgen und bei der Jagd viel zu beobachten.

Wie erkennt man die Jagdchargen?

  • Jagdherr: weiß-schwarz-weiße Binde
  • stellvertretender Jagdherr: schwarz-weiß-schwarze Binde
  • Jagdleiter bzw. Chef der Equipage bzw. Master: weiße Binde
  • Feldpikör: grüne Binde oder Binde mit eingesticktem Vereinsabzeichen. Diese Binde wird bei manchen Vereinen an bewährte Feldpiköre und Feldführer auf
  • Lebenszeit verliehen. Besonders berühmt war früher die weiß-schwarze Binde der Kavallerieschule, die an bewährte Feldpiköre nach einigen Jahren verliehen wurde.
  • Feldführer: Binde wie Piköre
  • schließende Feldpiköre: rote Binde
  • eingeteilte Piköre der Meute: Hetzpeitsche mit Schlag und grüne Binde
  • nicht eingeteilte Piköre der Meute: Hetzpeitsche mit aufgewickeltem Schlag
  • Zuschauerführung: gelbe Binde und gelbe Flagge

Alle Armbinden werden am linken Oberarm getragen; nur der Jagdleiter bzw. Chef der Equipage bzw. Master trägt die weiße Binde am rechten Oberarm. Das Schwarze an den Binden des Jagdherrn bzw. stellvertretenden Jagdherrn kann durch die jeweilige Vereinsfarbe ersetzt werden. Alle Armbinden dürfen nur getragen werden, wenn der betreffende eine Funktion ausübt. Als Gast darf man nur auf Lebenszeit verliehene Pikörbinden tragen.